Heisse Röhre – der neue MacPro im Time-lapse Anwendungs Test

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Der neue MacPro im Zeitraffer-processing Test: Ein Vergleich ausserhalb des Benchmark Mainstreams mit large scale time-lapse processing und dem Mac Powerhouse 6-core 2014 Mac Pro vs iMac 27″ vs MacBook Pro 15″ vs Retina MacBook Pro 13″

ZEIT IST GELD

Diese alte Weisheit gilt ganz besonders auch für die Verarbeitung grosser Mengen von Zeitrafferbild-Daten. Selten bezahlen Kunden reelle Preise für die vielen Tage und Nächte im Büro, die es oft braucht bis ein Zeitraffer Filmauftrag beendet ist und die Hardware alle, aber wirklich auch alle Sequenzen gerendert hat.

Es ist keine Seltenheit von einer Woche Assignment an einem Set mit einem oder sogar zwei Terabyte Daten und 50000 bis 100000 RAW Bildsequenzen zurückzukommrn. Angsichts derartiger Berge von Daten ist jede Möglichkeit Renderzeiten zu reduzieren, mehr als willkommen.

Nachdem ich den möglicherweise besten MacPro test ever verdaut hatte, kratzte ich mich mal leicht am Kopf – dieses schimmernde Stück US Metall ist ja schon ein Must-have, aber wenn ja, dann mit wieviel Kernen?

Als vor zwei Wochen mein seit Jahren bewährter Apple Pro Dealer Steiger Electronics in Innsbruck eine Ladung MacPro’s erhielt, nahm ich sofort die Chance wahr mir ein Demo Gerät für ein Wochenende number-crunching nerdness auszuleihen. Hätte ich bloss geahnt, dass zwei Tage und Nächte ohne Schlaf folgen würden, bis der Test fertig war. Aber so ist das halt.

Im Büro angekommen konnte ich nach dem Auspacken fast nicht widerstehen ein Bild des MacPro am Schreibtisch zu posten. Daneben mein geliebter kleiner Apollo Lunar Lander.

Mac Pro im Hauptquartier - beziehunsweise "Death Star" spricht mit Apollo 13

Mac Pro im Hauptquartier – beziehunsweise „Death Star“ spricht mit Apollo 13

Die Kommentare folgten rasch. Justin, ein befreundeter Astronom aus Linz rief an: „Ich versteh den Hype um den neuen MacPro einfach nicht. Habe mir gerade in der Firma eine neue Windows Workstation gekauft. Halber Preis, gleicher Speed“. Justin ist da derselbe Nerd wie ich. „Nein, ganz sicher ned gleicher Speed…“, sagte ich – und los ging es mit der Diskussion.

Es ist für mich ganz einfach beeindruckend zu sehen wie Apple sich wieder einmal um keine Konvention schert und soviel Workstation Power in sowenig Platz giesst. Der Unterschied zu HP, Dell oder anderen ist: Apple macht es einfach, und verleiht der Designwüste „Workstation“ dringend benötigten frischen Wind. Klassische Workstations sind leider oft gross, laut, hässlich, eben Kabelbinder, Wasserkühler, Plastik, Blech, Silizium und Kabelbäume von der Stange. Das ist der MacPro mit 5 kg Aluminium und hochintegrierten Bauteilen definitiv nicht, und es war eine lange Reise bis zu diesem Design.

Aber einem die-hard Windows Nerd etwas über Mac’s zu erzählen, man könnte genauso gegen eine Wand reden. Ich weiss das, ich war selber einer…

ALS ICH AUF MAC UMSTIEG

Um zu verstehen, warum mich der MacPro so fasziniert, sollte man meine IT history kennen. Denn auch ich habe mehr als 20 Jahre Windows Systeme gebaut, administriert und im Einsatz gehabt. Es war eine tolle Zeit, und es waren viele Erfolgserlebnisse, Höhen aber auch Tiefen dabei. Heute jedoch benutze ich beruflich und privat Macs, und ich bin mit dieser 2009 getroffenen Entscheidung aus den verschiedensten Gründen mehr als glücklich. Und das noch mehr, seit ich als Zeitraffer Filmemacher und Content-Produzent in Datenbergen fast ertrinke.

DAS NEUE MAC PRO POWERHOUSE UND TIMELAPSE PROCESSING, MEHR KERNE = BESSER?

Houston, wir brauchen mehr Kerne, mehr Kerne, mehr Kerne... Im Fall des Testgeräts integriert Intel 6 Kerne auf einem Die.

Houston, wir brauchen mehr Kerne, mehr Kerne, mehr Kerne… Im Fall des Testgeräts integriert Intel 6 Kerne auf einem Die.

Es braucht sehr spezielle Workflows um massenhaft Bilder für qualitativ hochwertige Time-lapse Footage zu erzeugen. Footage die auch den anspruchsvollsten Kunden zufriedenstellt.

Weiterhin hat der Zeitraffer Fotograf (oder Filmemacher? *) immer das Problem des konstanten „overwhelming-data-volume“ (ODV) Faktors, wie ich ihn nenne. Von den mehreren DSLR Kameras am Set, zu den vielen Speicherkarten, den Kartenlesegeräten, zu den RAID Systemen auf denen die Sequenzen gespeichert werden…

Im Zeitrafferfilm Bereich realisiert man sofort dass all die glänzende, sündteure Hardware in die man die letzten Jahre investiert hat, meist ständig überfordert ist. Alles geht einfach viel zu langsam wenn plötzlich viele hundert oder gar tausende Bildsequenzen nicht nur zu einem fertigen Film gerendert und verarbeitet, aber auch noch farbkorrigiert, entrauscht, entflackert und zusätzlich noch Belichtungssprünge ausgeglichen werden müssen.

In der Zeitraffer Bearbeitung ist aktuelle Prosumer Hardware konstant die meiste Zeit komplett am Limit. Oft kommt der Moment wo man sich wie Bill Murray in Groundhog Day fühlt. Eine Sequenz fertig, ok, die nächste. Sequenz fertig, OK, die nächste. Ach verflixt, da hab ich noch eine übersehen. Die auch noch. Dann OK, die nächste. Und so weiter.

Aber endlich schaffte es die grau schimmernde MacPro Röhre auf meinen Schreibtisch. Endlich konnte ich eine Frage klären, die mir noch nie jemand kompetent beantworten konnte:

Verkürzen in der Zeitrafferfilm Bearbeitung mehr CPU’s die Verarbeitungszeiten, oder schnellere GPU’s? Ist der neue MacPro bei einem gegebenen Budget die ultimative Lösung für Zeitrafferfilm Bearbeitung?

Man sollte vorab allerdings beachten, dass – seit die Timelapse-Bewegung weltweit enorm an Schwung gewonnen hat – das Thema von IT Magazinen geflissentlich ignoriert wird. Keiner, aber wirklich kein einziger Redakteur (falls ich mich irre, bitte PM) scheint derzeit irgendeinen blanken Schimmer davon zu haben was die brachialen Challenges in der Zeitrafferfilm Bearbeitung sind – egal ob für den Profi oder für den Hobby Fotografen.

Welcher Redakteur würde es sich auch antun über 100000 RAW Bilder in ein paar Tagen zu kategorisieren, sortieren, ausmisten, konvertieren, farbkorrigieren, bildbearbeiten, entflackern, exportieren, importieren, color graden, transferieren und das beim LRT Processing (dazu später) auch noch in Iterationen. Willkommen in der Welt des Zeitraffer-Fotografen (oder Filmers? *)

Das ist auch der Grund warum es für unsere Zunft keine aussagekräftigen Benchmarks gibt. Was nützt der hundertste Spiele- oder 3D Rendering Benchmark beim Thema Zeitraffern. Genau nix.

DEFINITION UND ERSTELLUNG EINES ZEITRAFFER/TIMELAPSE BENCHMARK SETS 

Testen, testen, testen in einer Hälfte meines Büros. Offensichtlich waren das Display des rMBP und des MacPro noch nicht kalibriert.

Testen, testen, testen in einer Hälfte meines Büros. Offensichtlich waren das Display des rMBP und des MacPro noch nicht kalibriert.

Deshalb habe ich hier erstmals ein Timelapse Benchmark Set erstellt: Basierend auf sorgfältig ausgewählten Archiv-RAW, JPG und TIFF Bildsequenzen erstellt mit Nikon’s D4, D7000, D600, D800 sowie Canon’s 6D erzeugte ich ein Set von gut gefüllten Ordnern anhand derer ich den MacPro mit 18 Processing-Tasks gegen einen Teil meiner aktuellen Hardware benchmarken konnte. Allesamt Verarbeitungs-Aufgaben aus meinem täglichen, bewährten Timelapse Workflow.

Einen kleinen Luxus habe ich mir allerdings erlaubt: Bis auf zwei spezielle Ordner begrenzte ich den Inhalt aller anderen Ordner auf je maximal 100 Bilder pro Sequenz, um ganz einfach den für den Test benötigten Zeitraum einigermassen im Rahmen zu halten (obwohl die Aktion inkl. schreiben des Tests immer noch zwei Tage und Nächte dauerte).

Die zwei „Spezial“-Ordner die weit über 100 Bilder enthielten sind: ein Ordner gefüllt mit 500 Nikon D800 RAW Bildern, und ein ordentlich „dicker“ Ordner mit 2982 Canon 6D RAW Bildern. Warum so viele? Dieser eine Ordner ist das Resultat einer typischen langen Winternacht mit einer night-to-day Test transition in den frühwinterlichen Dolomiten.

Ich habe mittlerweile viele dieser Transitions mit über 3000 Bildern erstellt und verarbeitet oder in meinem niemals enden wollenden Backlog. Es sind Transitions wie diese, die einen auf lahmer Hardware in den Wahnsinn treiben. Egal in welcher Stufe der Verarbeitungswelt man sich gerade bewegt.

Die insgesamt zirka 64 GB des gesamten Testordners wurden dann lokal auf jede Maschine gespiegelt. Keine externen Laufwerke hier, damit die zu testende Hardware komplett mit den (authentischen) eingebauten Speichermedien zu Rande kommen musste.

UNTERSCHIEDE IN DER ZEIT: SENSORGRÖSSEN BEEINFLUSSEN DIE RENDERING PERFORMANCE DEUTLICH

Es ist ein deutlicher Zeitunterschied zu beobachten ob man denn Nikon D4, Canon 6D, D600 oder D800 files bearbeitet. Bitte dabei nicht vergessen: wir sprechen bei den Messwerten des Tests „nur“ von 100 Bildern per Ordner. Multipliziert man die gemessenen Zeiten in der Master Tabelle mal 10, 20 oder 30 erkennt man sofort warum bei Zeitraffer Fotografen- und Filmemachern ständiger Notstand in punkto Rechenpower herrscht.

Man träumt von einer Cray Titan oder dem ALMA Correlator in Chile, um die Dinge wesentlich zu beschleunigen. Canon 6D übrigens, weil bei einem meiner GBT Rigs die aktuell beste 3-Achsen US-Steuerungssoftware zum Einsatz kommt die sich nur mit Canon’s unterhalten kann, und mir das Nikon D600 Fiasko mit verdreckendem Chip und mehrfachen Verschlusstgtausch noch sehr im Magen liegt.

Ausserdem ist die Canon 6D eine Kamera die – bis auf den AF den ich eh nicht brauche – sehr viel Spass macht (auch wenn der D610 Sensor immer noch ein kleines bisschen besser im High ISO Bereich arbeitet, aber das ist eine andere Geschichte).

Aufgrund der riesigen Files die Nikon’s D800 produziert, ist diese (in der Abbildungsleistung auch bei hoher ISO qualitativ) legendäre Kamera ein echter Time-lapse Processing Alptraum. D800 Bilderordner bremsen fast jede Hardware in der Verarbeitungspipeline enorm aus. Auch der MacPro kommt hier ordentlich ins Schwitzen, dafür bieten D800 Dateien immense Reserven bei Grossprojektionen wie dem weltweit einzigartigen Nationalpark Hohe Tauern 360° Kino Projekt, bei dem ich Mitte 2013 spezielle D800 Zeitraffer Arbeiten (13800 x 8000 pixel) beisteuern durfte, die aber im Rendering und Cleaning auch meine Hardware an die Grenzen brachten (860 GB Daten für zwei Sequenzen im Intro und Outro des Kinofilms).

Gerade die D800 zeigt die Grenzen beim Timelapse Processing mehr als deutlich auf, und das erklärt gut, warum sich viele eine mechanisch bekannt robuste D800 mit einem D600 Sensor wünschen.

Abschliessend bezüglich Sensorgrösse: Erinnert sich wer an das Nachtsichtgerät Nikon D3s?

Der Meilenstein unter den DSLRs, der die available Light Fotografie revolutionierte wie keine andere Kamera je zuvor? Ich bearbeite in meiner spärlichen Freizeit immer mal wieder gerne NASA ISS Footage (Internationale Raumstation), die aussschiesslich aus D3s RAW Material besteht, und diese 12 Megapixel D3s Bildsequenzen sind einfach nur ein Traum in der Bearbeitung. Um soviel weniger Rechenlast als bei aktueller 20 MP+ Sensorgrösse… Das gleiche gilt für meine „alten“ D700 Sequenzen, von denen ich manchmal welche neu verarbeite. Wahnsinn wie die Zeit vergeht.

BEWÄHRT – DER CHRISTOPH MALIN ZEITRAFFER PROCESSING WORKFLOW

Mein Workflow war über die Jahre einigen Wandlungen unterworfen (die einschneidendste zuletzt mit der Einführung von LRTimelapse), und beinhält in der derzeitigen Form klassische Apps für den Import, das Deflickern, Keyframing, Ramping & Leveling, Rendering und Export

  • Adobe Bridge CC (für einen Überblick über kleine und grosse Sequenzen, von dem später in andere Programme wie Adobe Photoshop oder Lightroom verzweigt werden kann)
  • Lightroom 5 für den generellen Gebrauch aber im speziellen für…
  • … sogenanntes LRTimelapse (LRT) Holy Grail Processing
  • Apple Motion für die derzeit schnellstmögliche Erzeugung von Previews
  • Adobe After Effects für das generelle Rendering inklusive des Renderns von mit LRT verarbeiteten Ordnern inkl. dazugehöriger XMP Dateien
  • GBDeflicker, das führende Time-lapse Deflicker plugin für Adobe AfterEffects CC wie auch Premiere Pro CC

Dieser Workflow hat sich auch für die anspruchsvollsten Kunden bewährt. Exportiert wird in verschiedene Apple ProRes Formate. Über 98% meiner Kunden verlangen den ProRes Codex.

Beim Test wurden alle Sequenzen in Apple ProRes 4444 in 4K Auflösung exportiert. AfterEffects war auf allen Testrechnern auf Multiprocessing- und GPU Unterstützung eingestellt.

TASK FORCE ONE

Hier sind nun also die Standard Tasks  für das Benchmarking des MacPro’s, und aller zukünftigen Systeme die ich in den Hände bekomme:

A) Lightroom
Lightroom Import01 Erzeuge 1:1 Previews – importiere hundert D800 RAW Bilder und erzeuge dann 1:1 Previews. Eine übliche Vorgehensweise wenn man Bilder im LRT Holy Gail Processing Kreislauf bearbeitet. Dies deshalb, da Lightroom seit Bestehen des Programms einen nervigen Bug hat: Für Bilder ausserhalb des Voransichts-Gitters werden auch von LR5 nach wie vor keine Voransichten gerendert (es sei denn man blättert im Grid explizit vor und zurück und wartet bis diese Bilder auch gerändert wurden – ein Wahnsinn), oder man zwingt eben Lightroom mit dem Erzeugen von „1:1“ bzw. anderen wählbaren Preview-Grössen (zB „Standard Grösse“) dazu.
02 Export JPG – exportiere hundert D800 RAW Bilder von Lightroom als JPGs, in 100% Qualität, 300dpi
B) LRTimelapse
Gunther Wegner's LRTimelapse - the screen time lapsers watch many hours per day.03 Erzeuge Belichtungskurve – wenn man sich durch einen Berg von Timelapse Sequenzen gräbt, und diese im LRT Workflow bearbeitet, ist die blaue „Belichtungskurve“ die Linie die sich nicht schnell genug am Bildschirm aufbauen kann. LRT liest hierzu die EXIF Daten des Verzeichnisses aus, und erzeugt daraus eine Belichtungskurve der Sequenz über den zeitlichen Verlauf. Gut um gleich mal zu sehen ob man nach langer Nacht Todmüde um 5 Uhr Morgens bei Sonnenaufgang mal wieder Mist gebaut hat. Von hier aus geht es weiter im LRT Workflow mit dem Initialisieren der Sequenz, dem Keyframen, Leveling usw und dem Hin- und Herschalten zwischen LRT und Lightroom.
C) After Effects
GBDeflicker - get rid of that nasty Aperture or Transition flicker04 RAW Deflicker with GBDeflicker 3.0 – ein Deflicker Run mit Adobe After Effects über hundert D600 Bilder
05 Render TIFFs – rendere 100 Canon 6D tiffs
06 Render JPGs – rendere 100 Nikon D7000 jpgs
07 Render RAW files – rendere direkt aus der AfterEffects Timeline die mit GBdeflicker entflackerte Sequenz die in Task 04 erzeugt wurde
08 Render RAW files – rendere 100 Nikon D4 RAW Bilder
09 Render RAW files – rendere 100 Nikon D800 RAW Bilder
10 Render RAW files – rendere eine noch nicht in LRT verarbeitete Transition basierend auf fünfhundert D800 RAW Bildern
11 Render RAW files – rendere eine umfangreiche GBTimelapse transition mit über 2982 Canon 6D RAW Bildern, die über die begleitenden XMP Dateien auch Color Grading und sonstige Informationen aus Lightroom enthält
D) Motion
Motion rendering some JPGs.12 Render TIFFs – gleich wie 05
13 Render JPGs – gleich wie 06
14 Render RAW files – gleich wie 09
15 Render RAW files – gleich wie 08
16 Render RAW files – gleich wie 10
17 Render RAW files – gleich wie 11
E) Bridge
Screenshot of a Retina Macbook 13" on the "Relax your Eyes" screen setting.18 Create Index – erzeuge einen Index basierend auf 500 Nikon D800 RAW Bildern. Ich nutze diese Indizes auch für andere Bearbeitungen zB in Adobe Photoshop CC wie Rotoscoping (Frame by frame retouching von Satelliten, Flugzeugen etc). Diese Indizes können im übrigen exportiert werden und müssen so nicht jedes Mal neu erzeugt werden. Für den Test wurde der Index-Cache jeweils gelöscht.

ITERATIONEN AUF GROSSARTIGER, BEWÄHRTER HARDWARE

Bitte beachtet dass man beispielsweise während LRTimelapse processing mehrfach Tasks wiederholt ausführt um eine smoothe Timelapse Transition von manuell ausgeführten Transitions zu erreichen, oder um eine zB per DSLRDashboard erstellte noch zu verfeinern… Zb Task 01 und 03, und dann zusätzlich mit neu angepasstem Key-framing und Autoramping auch Task 11. Die gemessenen Zeiten des Tests kann man also hier auch je nach Anzahl der Iterationen in LRT mehrfach multiplizieren.

Im folgenden nun ein paar Worte über die unterschiedliche Benchmark Hardware:

MacProMacPro: MY2013 (late), 16GB 1867MHz DDR3 RAM, 256GB PCIe Flash SSD, 3.5 GHz SixCore Intel Xeon E5, AMD FirePro D500 3072 MB, OSX 10.9.1 – das MacPro Testgerät.
iMaciMac 27″: MY2012 (late), 32GB 1600MHz DDR3 RAM, 1 TB Fusion Drive, 3.4 GHz Intel Core i7 QuadCore, Nvidia GeForce GTX 680MX 2048 MB, OSX 10.9.1 – ein bewährtes All-in-one Zeitraffer Arbeitstier mit ausgezeichnetem Bildschirm und trotzdem enormen thermalen Reserven im Turboboost Betrieb
Retina MBPrMBP 13″: MY2013 (late), 16GB 1600 MHz DDR3 RAM, 512 GB PCIe Flash SSD, 2.6 GHz Intel Core i5 DualCore, Intel IRIS 1024 MB, OSX 10.9.1 – exzellenter Retina Bildschirm, leichtes Gehäuse und eigentlich ein sehr guter Performer für ein DualCore i5 System, besonders auch super responsive dank der neu zur Anwendung kommenden internen PCIe Flash SSD
MacBook Pro 15"MBP 15″: MY2012 (mid), 16GB 1600MHz DD3 RAM, OCVertex 256 GB and Samsung 512 GB SSD (Sata6), 2.6 GHz Intel Core i7 QuadCore, Nvidia GeForce GT650M 1024 MB, OSX 10.9.1  – Bewährtes Produktions-Arbeitspferd für unterwegs (auch für Post-processing im Hotelzimmer oder am Set). In meiner Version upgegradet mit  OCVertex SSD (Bootdisk) and einer zusätzlichen Samsung SSD als Arbeitsplatte.

Ich verwende auch ein 11″ MacBook Air Dual Boot (Win7, OSX) um ein spezielles GBTimelapse Rig zu steuern, aber ein Rendering auf diesem ansonsten hervorragenden, kleinen, leichten 1,3 GHz Dual Core i5 habe ich mir echt nicht mehr angetan. Dieser Test war schon Masochismus genug.

IN SEKUNDEN UND MINUTEN: DIE BENCHMARK RESULTATE

Die Resultate sind sehr interessant und basieren auf gemittelten Mehrfachmessungen. Meines Erachtens bestätigen die Zahlen einiges was man schon so an Bauchgefühl hat, widerlegen anderes und es gibt auch Überraschungen… Hier jedenfalls ist die Monster Master Tabelle… Wer will macht einen Screenshot und druckt ihn sich aus.

Grün = besser (weniger Zeit benötigt), Rot = schlechter (mehr Zeit benötigt).

2014 MacPro Timelapse Processing Test

2014 MacPro Timelapse Processing Test

Hier ist meine persönliche, sicherlich nicht perfekte Interpretation der Ergebnisse. Über Feedback würde ich mich feuern, die Beantwortung erfolgt im Rahmen des zeitlich möglichen…

a) Lightroom

Task 01 – Create 1:1 Previews.

Klar, 100 Nikon D800 RAW Bilder zu verarbeiten, das klingt nicht nach viel Aufwand. Aber sogar der Sechskern MacPro braucht über vier (!) Minuten um die Aufgabe zu erledigen.

Genau schon diese eine Task ist ein Paradebeispiel dafür, warum die meisten Timelapser Lightroom zugleich lieben und hassen. Lieben für das bewährte Interface das man im Schlaf bedienen kann, das fantastisch einfache Kopieren von Bildeinstellungen zu einem anderen Bild oder einer Reihe von Bildern…

… und hassen für das meist extrem langsame Verarbeiten von Bildern (und die manchmal viel zu aggressive Tageslicht Auslegung der Adjustments). Egal ob man auf einer 6-Kern oder Core i7 Maschine arbeitet, Lightroom fühlt sich immer nach Software-Schnarchtüte an. Ein Gefühl das sich noch ausdehnt, wenn es darum geht grosse Mengen von Bildern zu verarbeiten.

Nebenbei bemerkt ist es bis heute nicht verständlich, warum – egal ob 4, 6 oder gar 12-Kern (Hallo Justin!), egal ob SSD PCIe, TB-RAID oder auf welcher Hardware auch immer Lightroom gerade ausgiebig zu Gast ist – die (Rendering-) Vorschau von Bildern IMMER einen Augenblick Ladevorgang braucht. Bis dato dürfte kein Adobe Programmierer jemals mit dem Thema Timelapse Processing zu tun gehabt haben, denn sonst wüsste Adobe wie nervend jedesmal dieser elende Ladevorgang beim schnellen Transition-Leveling von Bildern ist (Apple Aperture hatte das nie, aber es kann keine XMPs interpretieren – weshalb Aperture in Zeitraffer Kreisen heute keine Rolle mehr spielt).

Ich weiss nicht auf welchem Verarbeitungslevel Adobe das bel Lightroom verkorkst, aber es dürfte beim Lesen und interpretieren der XMPs statt finden.

Schaut euch einfach mal die Prozessorlast bei dem Indexierungsvorgang auf folgendem Bild an. Der MacPro schläft fast ein. Ein Indexvorgang wie dieser sollte in 30 Sekunden erledigt sein, nicht in 4+ Minuten!!! Wir haben 2014, nicht 2001 verdammt noch mal.

Lightroom: SlowAss Software when it comes to importing and preview building

Lightroom: SlowAss Software when it comes to importing and preview building

Leider bietet Lightroom auch heute noch keine Möglichkeit wie in AfterEffects Multicore- oder GPU Settings vorzunehmen, wie auch der reine Export von JPGs nach wie vor langsamst von Statten geht… Ganz zu Schweigen von einem Export von zB 3000 Bildern: Der erfahrene Zeitraffer Verarbeiter geht den 10. Kaffee holen, liest Zeitung, editiert einen Blogeintrag, erledigt ein dringendes Geschäft…, geht eine runde Joggen. Und träumt davon, dass Adobe irgendwann einmal Gas gibt – man darf die Hoffnung nie aufgeben.

b) LRTimelapse

Task 03 – erzeuge Belichtungskurve aus den Exif Daten eines Ordners mit einer Bildsequenz

Gunther Wegner darf sich auf die Fahnen schreiben mit seiner wunderbaren Software LRTimelapse das unglaubliche Wunder vollbracht zu haben, Lightroom – und über Umwege auch AfterEffects – „Keyframing“ beigebracht zu haben. Die Grid- bzw Filmstreifen Ansicht Lightrooms wird so im übertragenen Sinne zur Timeline, und Grading über den zeitlichen Verlauf einer Zeitraffer-Sequenz Realität.  Wahnsinn. LRT wiederum ermöglichte der Timelapse Community dann in Folge die Erzeugung und Bearbeitung von Day-to-Night-to-Day Transitions (vorausgesetzt vor Ort am Set wurden alle Parameter an den Kameras richtig gesteuert, was man hier auf dem Hawaii Europas lernen kann ;).

Vor LRTimelapse waren Transitions (siehe auch zB hier ab 01:15) eine anstrengende, Bild-für-Bild Handarbeit die nur einige Leute auf dem Planeten beherrschten, unter anderem Gunther, ich, oder mein TWAN Fotografen Kollege Bernd Pröschold, der als Erfinder der Holy Grail Timelapse Methodik seit 2002 gilt. Bernd macht das mit einem ausgeklügelten Photoshop System heute noch von Hand und ist gleich schnell wie ich. Wie legendär.

Während man also mit LRTimelapse arbeitet, braucht der MacPro wenig überraschend am wenigsten Zeit die EXIF Daten auszulesen, dank seiner sehr flotten PCIe SSD. Nachstehend ein Screenshot wie das auf dem 13″ Retina MacBook Pro aussieht.

LRTimelapse initial EXIF readout mit rMBP 13"

LRTimelapse initial EXIF readout mit rMBP 13″

LRTimelapse initial EXIF readout 6-Core MacPro

LRTimelapse initial EXIF readout 6-Core MacPro

Dieser EXIF Readout Vorgang, und das darauf folgende Initialisieren der XMPs über einen gesamten Zeitraffer Sequenz Ordner kann einem nie schnell genug gehen. Eine Maschine mit PCIe RAID ist dafür absolut empfehlenswert, bzw wenigstens mit einem PCIe SSD. Der Prozess wird dadurch wesentlich beschleunigt. Wichtig, wenn man sich in einer Postproduktionswoche durch viele Sequenzen arbeitet.

Beachtenswert: Wenn das iMac Testgerät – noch mit Fusion Drive ausgestattet –  den zu verarbeiteten Ordner schon im SSD Teil des Fusion Drives hatte war der iMac natürlich viel viel schneller beim EXIF readout (beispielsweise von 00:01:20 auf weniger als 30 Sekunden).

c) After Effects

Task 04 bis 10 – einfach nur so schnell wie möglich rendern

The Tube is getting red hot ;) MacPro on all six cores, hyper threading...

The Tube is getting red hot 😉 MacPro on all six cores, hyper threading…

Weltweit werden vermutlich viele Stunden mit der Erzeugung von Timelapse Sequenzen in Adobe After Effects verbraten – auch wenn Gunther Wegner hart und erfolgreich daran arbeitet das zu ändern.

Seit V3.2 kann man LRTimelapse auch nutzen um ProRes Videos und andere Formate über Lightroom direkt zu rendern. Dieses neue Feature werde ich beim kommenden AstroMaster 2014 Event testen, und dann in den MacPro Benchmark als neue Task(s) einfliessen lassen.

Interessanterweise ist diese neue Funktion laut Gunther eine der wenigen Anwendungen, bei der Lightroom zu Multicore Processing „gezwungen“ wird. Aha.

Wie auch immer, es ist im Zuge des Tests interessant zu sehen, auf welcher Hardware AfterEffects am schnellsten seinen Job erledigt. Und das ist ausnahmsweise mal nicht der MacPro sondern der iMac!

Nein, es ist kein Abfalleimer sondern tatsächlich der nächste Level bei Workstations. Und ausserdem ein "Warum sollen Workstations immer gleich aussehen" Statement.

Nein, es ist kein Abfalleimer sondern tatsächlich der nächste Level bei Workstations. Und ausserdem ein „Warum sollen Workstations immer gleich aussehen“ Statement.

Die grosse All-in-one Maschine im Apple Programm renderte JPGs sowie den grossen 6D Ordner mit 2982 Bildern schneller als der MacPro, und das mehrfach.

Es scheint also so zu sein, dass der maximale Turbo Clock Speed des i7 hier mehr bringt als die maximale Anzahl an Kernen. Ich habe hierfür auch keine andere Erklärung als die sehr gute Beschreibung des Phänomens im Anandtech „Turbo Behavior“ Abschnitt des legendären Anandtech MacPro Reviews, der zeigt wann aktuelle MacPro 4, 6, 8 oder 12 Cores mit TurboBoost ihr Leistungslimit im Verhältnis zu den verwendeten Kernen erreichen.

Was den „älteren“ iMac mit Fusion Drive betrifft, ist es allerdings erforderlich, dass sich die zu bearbeitende Sequenz im SSD Teil der Festplatte befindet. Wenn das nicht der Fall ist, hört man den iMac laut und deutlich auf der Platte rödeln und die Performance geht vergleichsweise in den Keller. Empfehlenswert wäre hier natürlich auch die Produktionsdaten für den Zeitraum der Postproduktion auf schnelle Thunderbolt oder USB3.0 SSDs auszulagern, aber das war nicht Teil des Tests.

VON HITZKÖPFEN UND GEBRATENEN SPIEGELEIERN

Während man nun tausende von Bildern rendert, wird die jeweilige Hardware natürlich sehr warm. Im Sommer mehr, im Winter weniger. Im Falle des 15″ MacBook Pro (das Testgerät ist noch die Generation vor Retina aber schon mit USB 3.0 und Ivy Bridge) wird die Hardware sogar sehr heiss, und vor allem laut.  Notebook im Auto als Beifahrer auf die Oberschenkel legen geht da nicht mehr. Rendern in Hotelzimmern mit dem 15″ MBP und röhrenden Lüftern auf Vollast, da stellt man das Teil auch mal gerne über Nacht ins Badezimmer. Im Zug oder Flugzeug auch nicht lustig.

Vergleichsweise aussergewöhnlich ruhig unter Vollast zeigen sich das superdünne, wirklich leise Retina Macbook wie auch der flüsterleise iMac und besonders der MacPro. Während das Retina MacBook Pro auch unter Dauerlast nur wenig mehr Aufhebens macht als dezent vor sich hinzusäuseln, hört man vom iMac nur ab und zu ein leises Fauchen und selbst der MacPro wird nur ein klein wenig lauter. Da muss man mit dem Ohr aber schon ganz nah an der Röhre sein um unter Volllast was zu hören.

Apropos Röhre: wie heiss ist denn die Luft die aus der oberen Öffnung am MacPro herausgeblasen wird wenn alle CPU und GPU Cores rot glühen?

Hält man eine Hand über die Alu-Röhre fühlt sich das ein wenig an wie bei einem mittelwarm gestellten Föhn (ohne den Lärm). Respekt. Ich hatte 2013 u.a. einen hochgezüchteten, wassergekühlten Core i7 Selbstbau Hackintosh-Turm für Rendering im Einsatz, bei dem eine Unterhaltung unter Vollast im selben Raum schon lauter geführt werden musste.

Ich werde mir den MacPro jedenfalls im Winter als Fusswärmer unter den Tisch stellen. Sicherlich nicht der primäre Einsatzzweck, aber wenn das Teil gerade rendert wie blöd, warum nicht.

15" MacBook Pro beim rendering von D4 RAW footage auf 4K.

15″ MacBook Pro beim rendering von D4 RAW footage auf 4K.

iMac beim rendern von D800 footage, immer noch viel thermische Reserven.

iMac beim rendern von D800 footage, immer noch viel thermische Reserven.

d) Apple Motion

Task 12 bis 17 – noch viel schneller als After Effects rendern

Apple Motion, möglicherweise der most underrated 3D Renderer, teilt sich mit Final Cut Pro X und Compressor dieselbe grossartige (im Apple Jargon „awesome“) Render Engine. Nein im Ernst, diese Engine ist der Wahnsinn. Und das effiziente Verteilen von Renderingaufgaben zwischen GPU und CPU das Erfolgsgeheimnis der Software, wie auch Anandtech hier bemerkt:

„Final Cut Pro’s [Ad. – true for Motion too] division of labor between CPU and GPUs exemplifies what you’ll need to see happen across the board if you want big performance gains going forward. […] What we’ve seen from FCP shows us that the solution won’t come in the form of CPU performance no longer mattering and GPU performance being all we care about. A huge portion of my workflow in Final Cut Pro is still CPU bound, the GPU is used to accelerate certain components within the application. You need the best of both to build good, high performance systems going forward.“

Und absolutes Highspeed- High Performance Rendering ist genau das was Apple Motion liefert. Eines ist klar nach diesem Test: wenn man schnellstmöglich (auf Mac Hardware) rasant

  • TIFF
  • JPG
  • RAW

Dateien für Kundenpreviews oder Blockschnitte rendern will, sollte man definitiv Motion in Betracht ziehen. Diese Rendering App ist weitaus schneller als AE (fast doppelt so schnell) und nutzt die GPU und CPU aktueller Macs (eh klar) am effizientesten. Und sie kostet wahrlich nicht die Welt: Mit EUR 44,99 ist diese Apple Pro App wirklich sehr günstig. Schön dass es Apple Pro Apps gibt.

Motion braucht für eine grosse 6D  Sequenz von fast 3000 Bildern nur 16 Minuten am MacPro vs einer Stunde 42 Minuten mit AfterEffects.

Motion braucht für eine grosse 6D Sequenz von fast 3000 Bildern nur 16 Minuten am MacPro vs einer Stunde 42 Minuten mit AfterEffects.

Aber, seit gewarnt: Die Lichtgeschwindigkeit beim Rendern kommt in diesem Fall mit Verzicht auf zwei Dinge:

  1. Motion kann keine XMP’s lesen (Color Gradings usw sind für die Fische) und
  2. es kann – zumindest im Falle der Canon 6D – kein HotPixel Mapping.Die für Langzeitaufnahmen und die damit verbundene Erwärmung des Sensors typischen Hot Pixels werden in Motion Footage gnadenlos sichtbar, während AfterEffects diese verbirgt. Das bedeutet: In der obigen Dolomiten Footage aus dem Screenshot werden rote, grüne, blaue und weisse HotPixel während des Playbacks immer wieder wie kleine Blitze sichtbar. Kein Problem für eine schnelle Vorschau oder einen Preview Schnitt, aber nicht geeignet für hochwertiges Kundenmaterial.

Und bevor ich es vergesse: nach dem ich 34x die unterschiedlichen Sequenzen in Motion an die 4K Komposition mit dem bescheuerten „Gummiband“ von Motion angepasst habe, frage ich mich wann Apple die Motion eigene idiotische Art der Anpassung der Footage an die Grösse der Komposition (leider auch bei Final Cut Pro X) endlich zeitgemäss anpasst…

e) Adobe Bridge

Task 18 – Erzeuge Index für einen schnellen (Zeitraffer-artigen) Preview eines Ordners einer Sequenz.

Interessanterweise hatte der Test iMac mit Bridge zu kämpfen. Im Gegensatz zum 15″ MacBookPro, oder dem wieder sehr schnellen MacPro. Doch selbst die über eineinhalb Minuten für das Bilden einer Vorschau von 500 Bildern auf dem MacPro dauern immer noch viel zu lange.

Adobe sollte Bridge noch einmal für diese eigentlich grundsätzlichen Aufgaben optimieren. Externe, schnelle Thunderbolt oder die schnellsten USB 3.0 SSD’s als Speichermedium helfen natürlich.

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FAZIT

Natürlich bin ich vom neuen Sechskern MacPro im Bereich Zeitrafferfilm Bearbeitung begeistert. Wer wäre es nicht. Polarisierende Designs wie diese neue Wunderkiste zeigen, dass man auch im eher langweiligen Bereich der Workstations erfrischend anders und neu denken kann. Und ehrlich gesagt, ist mir egal, ob irgendeine Windows Kiste mit Verfallsdatum und null Wiederverkaufswert das momentan billiger oder schneller kann.

Darum geht es nicht, es geht mir als bielbeschäftigtem Zeitraffer Kameramann (oder Fotograf? *) um Dinge wie TCO, Ease-of-Use, Effizienz, Ausfallsicherheit, Premium Service und einfache Administration. Und hier ist der MacPro, wie auch andere Macs einfach unschlagbar.

Leider kann ich allerdings meine eigentliche Testfrage aber noch nicht letztgültig klären, dazu benötige ich noch Vergleiche mit einem 8-Kern und 16-Kern MacPro System. No na.

In der Zwischenzeit gibt es aber eine Empfehlung für jeden, der schon mit Mac’s arbeitet oder eine Neuanschaffung bzw Umstieg erwägt:

Der getestete – im Apple Store CTO Aufbau zweite – MacPro ist für Zeitraffer Arbeiten absolut empfehlenswert (Vergleichsrechnungen bezüglich Preisen hier).

Ich wäre übrigens auch nicht überrascht, wenn Zubehörhersteller mit MacPro Taschen auf den Markt kommen. Warum? Der MacPro ist zwar nicht gerade leicht, aber klein und sehr Portable. Zudem ist die Alu Tube wirklich sehr massiv und stabil gebaut. Einen 17″ Bildschirm ins Gepäck und fertig ist die Workstation für unterwegs.

Hier gleich noch eine Idee für Apple: wie wäre es, wenn zukünftige MacBook Pro’s das MacPro Output Bildschirmsignal lesen könnten zB per Thunderbolt). Via Hot-Key dann Umschaltung zwischen MacPro und MacBookPro Bildschirm…

Creating all the sequences (here with a Nexus 7 and DSLRDashboard controlling a D800) that feed a MacPro.

Creating all the sequences (here with a Nexus 7 and DSLRDashboard controlling a D800) that feed a MacPro.

Bezüglich der Hardware Optionen des MacPro aber noch folgende Empfehlungen vor dem Kauf:

Erstens: Nicht mit 256 GB SSD bestellen, die 512 GB Variante nehmen… Auch wenn man den MacPro mit Thunderbolt (SSD) RAIDs oder USB 3.0 SSD’s wunderbar erweitern kann, war auf dem Testrechner mit nur 256 GB Speicher SSD schon mit wenigen Pro Anwendungen aus der Adobe CC sowie der Apple Pro Suite sowie den notwendige Caches sehr wenig Platz.

Zweitens: Den MacPro mit dem Minimum an RAM bestellen, und dieses dann gegen Certified Apple RAM beim Apple Pro Dealer upgraden lassen. Das kommt viel günstiger als das RAM Upgrade im Apple Store zu bestellen.

Drittens: Den MacPro bei einem Apple Pro Dealer anstatt im Apple Store bestellen. Der Pro Dealer kann auch für CTO Macs immer bessere Preise als im Apple Store machen.

Milky Way sinks into the Atlantic. The faint light of Venus is reflected on the Ocean. Timeless Moments that were enjoyed during the AstroMaster.

That’s why we do time-lapse: Milky Way sinks into the Atlantic. The faint light of Venus is reflected on the Ocean. Timeless Moments that were enjoyed during the AstroMaster.

Was mein Test-Sammelsurium an Mac Hardware betrifft: Interessanterweise wird ein aktueller, maxed-out iMac den günstigsten 4-Kern MacPro in manchen Belangen übertrumpfen, besonders natürlich weil man sich den Bildschirm spart. Bei Rendern muss er sich aber bei den allermeisten Tasks dem 6-Kern MacPro geschlagen geben.

Abschliessend: Manche werden meinen dass das getestete Retina MacBook Pro 13″ „langsam“ ist. Definitiv falsch. Es ist sogar eine sehr schnelle Maschine. Die neue PCIe SSD der MacBooks macht sich in allen Belangen bemerkbar. Das 15″ Test MacBook Pro retrofitted mit schnellen SSD’s ist wahrlich auch nicht langsam, aber das rMBP fühlte sich permanent einfach flotter an (Apple: „snappier“ ;), egal ob beim Öffnen von Programmen oder einfach nur Finder Arbeiten. Das hätte ich so nicht erwartet.

Allerdings ist das 13″ rMBP mit „nur“ zwei i5 Kernen natürlich im Vergleich zu Vierkern i7 Boliden etwas weniger stark motorisiert. Aber darum geht es gar nicht: das Retina ist superleicht, superleise, hat ein fantastisches Display von dem man nicht mehr zurück wechseln will, und wenn man es mit Zeitraffer Sequenzen füttert macht es seine Arbeit genauso. Einfach über Nacht rendern lassen und fertig.

Schade jedenfalls, dass ich den MacPro retournieren musste.

Er ist eine aussergewöhnliche, sehr leise und leistungsstarke Maschine in kleinstmöglichem Gehäuse – abseits der ewig gleichen, langweiligen 08/15 Workstations. Für Filmemacher und Fotografen die abseits der ausgetretenen Pfade unterwegs sind, ein verlässlicher Partner mit Premium Service und der besten Qualität fürs Geld.

Jetzt muss ich mal den Justin anrufen um diesen Test zu diskutieren 😉

Cheers
Christoph Malin

PS: Hier ist ein cooler blog post über diesen Test auf Matthias Uhlig’s Kids-of-all-ages Blog

*Kameramann oder Fotograf? Diese Frage beschäftigt mich derzeit durchaus. Eigentlich sehe ich mich immer noch als Fotograf, aber als Produzent von Kurzfilmen bin ich durchaus auch Zeitraffer-Kameramann.

One thought on “Heisse Röhre – der neue MacPro im Time-lapse Anwendungs Test

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